Arbeit in der Krise

Aufruf der AG17 zur Nachttanzdemo am 30.4. in Erfurt

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, wird sich auch in Erfurt getroffen, um für „Arbeit, Recht und Freiheit“ zu demonstrieren. Stopp! Das ist das Motto der Nazis. Der DGB fordert „Gute Arbeit. Gesicherte Rente. Soziales Europa.“, bestimmt nicht nur für Deutsche, allerdings Arbeit als „zentrales Element der Teilhabe und somit persönliche[r] Verwirklichung“ (Aufruf). Was nichts anderes heißt, als dass der DGB fordert, gesellschaftliche Teilhabe setze Arbeit voraus, sonst… Ja was?
Die derzeitige Krise ist kein Aufflackern von Symptomen, die sich durch Regulierungen und Sparmaßnahmen in den Griff kriegen lässt. Die aktuelle Krisensituation ist eine strukturelle Krise des Kapitalismus. Jener macht durch Rationalisierungen bei nahezu gleich bleibenden Profiten lebendige, abstrakte Arbeit überflüssig; und damit auch Menschen und deren Teilhabe. Da Arbeit im Kapitalismus das einzige Mittel zu Existenzsicherung darstellt, müssen viele ohne oder mit sehr eingeschränkten Reproduktionsmöglichkeiten zurecht kommen. (mehr…)

Kapitalismus tötet – Kampf dem Kapitalismus!

Ein Auf­ruf zur De­mons­tra­ti­on „Lasst‘t kra­chen! So­zia­le Re­vo­lu­ti­on statt au­to­ri­tä­rer Kri­sen­be­wäl­ti­gung!“ am 30.​4.​2013 in Er­furt von Ein­zel­per­so­nen aus dem In­fo­la­den Sabotnik.

Ro­se­ma­rie Fliess ist tot. Sie starb am 11. April 2013 in Ber­lin, zwei Tage nach­dem sie wegen Miet­schul­den aus ihrer Woh­nung ge­wor­fen wurde. Dass der Ka­pi­ta­lis­mus Opfer for­dert, ist nichts neues. In Spa­ni­en und Grie­chen­land sind Selbst­mor­de von Kri­sen­op­fern fast schon All­tag, welt­weit ver­hun­gert alle drei Se­kun­den ein Mensch. Dass Ka­pi­ta­lis­mus arm und krank macht, ist im Sys­tem an­ge­legt – schließ­lich geht es im Kern nicht darum, Be­dürf­nis­se zu be­frie­di­gen, son­dern das Pro­fit­ka­rus­sell am Lau­fen zu hal­ten. Wie die Kri­sen­dy­na­mik im Ein­zel­nen aus­sieht, ist al­ler­dings eine Frage von Kämp­fen. (mehr…)

Schlafplatzbörse

Wenn ihr nach der Nachttanzdemo in Erfurt schlafen wollt, um euch zum Beispiel am 1. Mai den Nazis in den Weg zu stellen, könnt ihr euch bei einer Schlafplatzbörse melden:

Informations- und Diskussionsabend zu antifaschistischen Protestformen

Montag, 22. April 2013 | 20.30 Uhr | [L50] (Lassallestr. 50)

Proteste gegen Naziaufmärsche provozieren immer wieder Diskussionen innerhalb antifaschistischer Bewegungen. Das „Keinen Meter“ Bündnis ruft dazu auf den Aufmarsch der Nazis am 1. Mai zu verhindern. Ein Bündnis linker Gruppen aus dem Umfeld des „veto“ ruft hingegen schon am Vortag dem 30. April zu einer antikapitalistischen Nachttanzdemonstration auf. Eine Diskussion über Art und Inhalt sinnvoller antifaschistischer Aktionen wurde bereits in der Broschüre „Stadt der Vielfalt?“ angestoßen. Mit unserer Veranstaltung wollen wir diese Fragen auf die Tagesordnung setzen und gemeinsam mit euch diskutieren. Welcher Weg führt zum Ziel? Was ist überhaupt das Ziel? Welche Inhalte sind die Richtigen?

Kommt vorbei, bringt euch ein, redet mit!

Wir wollen Lohnsklaverei nicht einmal für Deutsche …

Aufruf der FAU-Thüringen zur Nachttanzdemo am 30.4. in Erfurt und zum 1. Mai

Am Abend des 1. Mai 1886 fand in Chicago auf den Haymarket eine Arbeiterversammlung statt, welche ein mehrtägiger Streik für die Durchsetzung der 40-Stunden-Woche folgte. Am 3. Mai wurden daraufhin bei einer Auseinandersetzung zwischen Arbeiter_innen und der Polizei zwei Arbeiter getötet. Worauf hin bei einer Protestkundgebung am folgenden Tag eine Bombe geworfen wurde, nachdem die Polizei diese Kundgebung stürmte. In Folge dessen starben sieben Polizisten und mehrere Arbeiter wurden verletzt. Bei den darauf folgenden Auseinandersetzungen wurde über 200 Arbeiter_innen verletzt und über 20 verloren ihr Leben.

Acht Anarchisten, welche die Versammlung des 4. Mai organisiert hatten, wurden von der Polizei festgenommen und wegen Verschwörung angeklagt. Obwohl ihnen keine Beteiligung an der Bombenexplosion nachgewiesen werden konnte, wurden vier von ihnen – August Spies, Adolph Fischer, George Engel und Albert Parsons – per Strang hingerichtet, Louis Lingg beging Selbstmord in seiner Zelle und drei weitere – Oscar Neebe, Michael Schwab und Samuel Fielden – wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Auf den Gründungskongress der Zweiten Internationalen 1889 wurde der 1. Mai als Gedenken der Opfer der Haymarket Riots als “Kampftag der Arbeiterbewegung” ausgerufen und im Jahr 1890 das erste mal weltweit mit Streiks und Demonstrationen begangen. Immer wieder stand dabei die Forderungen nach der 40-Stunden-Woche im Mittelpunkt, also die Forderung nach einer Arbeitszeitreduzierung und nicht der Ruf nach mehr Arbeit wie im lächerlichen Aufruf der Nazis zum diesjährigen ersten Mai.

An diesem Tag wollen die Nazis in Erfurt auf den Straße gehen und ihre Dumpfheit der Öffentlichkeit präsentieren. Ein Vorgeschmack liefert ihr Aufruf, welcher aus zusammen geklauten Phrasen auf Bild Niveau bis hin zum FDP Slogan reicht. Also ob es nicht genug wäre mangelhaftes Wissen über die Geschichte des 1. Mai und ihre vollkommene Unkenntnis über kapitalistische Strukturen und Mechanismen zur Schau zu stellen, unterlaufen sie ebenso ihr eigenes von je her pseudo-revolutionäre Getue. Die Nazis beweisen mal wieder, dass sie angekommen sind im System und nur der konsequenteste Ausdruck der ganzen Menschenverachtung der bürgerliche-kapitalistischen Gesellschaft sind. Aber wenden wir uns dem zu, was die Nazis zur Arbeit zu sagen haben. Folgende Zitate sind ihrem Aufruf entnommen (Stand Januar 2013). (mehr…)