Lasst's krachen! http://lasstskrachen.blogsport.de Soziale Revolution statt autoritärer Krisenbewältigung - Nachttanzdemo am 30. April 2013 in Erfurt Mon, 14 Oct 2013 16:01:09 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Lassts krachen Broschüre http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/10/14/lassts-krachen-broschuere/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/10/14/lassts-krachen-broschuere/#comments Mon, 14 Oct 2013 16:01:09 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/10/14/lassts-krachen-broschuere/ Hier ist sie endlich – die Broschüre auf die niemand gewartet hat: Die Dokumentation der Veranstaltungsreihe und Nachttanzdemo Soziale Revolution statt autoritärer Krisenbewältigung vom April 2013. Viel Spaß beim Lesen (trotz Verspätung und Layout) wünscht (kleinlaut) das Lirab.

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Danke! http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/05/06/danke/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/05/06/danke/#comments Mon, 06 May 2013 11:43:10 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/05/06/danke/ Die Nachttanzdemo und alle Aktionen rund um den 1. Mai sind überstanden. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken die unsere abendliche Party in der Innenstadt erst möglich gemacht haben: der Küfa, dem/der Lautifahrer_in, den Techniker_innen, dem EA, den Bands und DJ’s, den Ordner_innen, bei allen die wir hier vergessen haben und natürlich bei euch dir ihr mit uns gefeiert habt!

Wir bleiben in Kontakt!

Einen Bericht von der Demo gibts beim Infoladen Sabotnik. Ein Video der Filmpiraten hier:

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Letzte Infos http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/29/letzte-infos/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/29/letzte-infos/#comments Mon, 29 Apr 2013 21:06:24 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/29/letzte-infos/ Alles steht in den Startlöchern: Platten sind sortiert, Luftballons eingepackt und Redebeiträge geschrieben. Damit auch wirklich alles glatt geht und da wir und unsere Aktionen immer wieder von Repression betroffen sein können haben wir einen Ermittlungsausschuss (EA) eingerichtet. Ruft dort an falls ihr eine Festnahmen beobachtet oder selbst betroffen seid. Der EA kümmert sich um euch und stellt euch im Fall der Fälle Anwält_innen zur Seite.

Telefonnummer des EA: 0176 988 25 800

Weitere Tipps für Demos und zum Umgang mit der Polizei gibts in der Broschüre Was tun wenn’s brennt? Ausgabe 2011 (1.64 MB).

Bringt bitte nur Plastikflaschen mit, da Glasflaschen auf Demonstrationen grundsätzlich nicht erlaubt sind. Eure Mate könnt ihr euch ja umfüllen.

Ansonsten gilt: Die Demo wird nur dann eine gute Tanzdemo wenn ihr eine daraus macht! Seid kreativ und lasst euch was einfallen! Gemeinsam lassen wir es krachen!

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Wir präsentieren: das Line-up http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/29/wir-praesentieren-das-line-up/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/29/wir-praesentieren-das-line-up/#comments Mon, 29 Apr 2013 09:01:21 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/29/wir-praesentieren-das-line-up/ Musik auf die Ohren gibt es auf unserer antikapitalistischen Nachttanzdemo am morgigen 30. April von:

  • Laubsägenmassaker III (Elektropunk)
  • DJ Robmotorik (Dub, Drum‘n Bass, Techno)
  • DJ Kalleleon (nobordersounds)

Kommt gut gelaunt und packt eure Tanzschuhe ein!

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Interview mit Radio F.R.E.I. http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/26/interview-mit-radio-f-r-e-i/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/26/interview-mit-radio-f-r-e-i/#comments Fri, 26 Apr 2013 16:51:52 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/26/interview-mit-radio-f-r-e-i/

Am 30. April startet 18 Uhr eine Nachttanzdemo vom Erfurter Hauptbahnhof. Das Motto lautet „Lasst’s krachen – soziale Revolution statt autoritärer Krisenbewältigung“. Im Interview spricht Paul Mueller, über die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus, Kritik und Wünsche für eine zukünftige Gesellschaft.

Mehr bei Radio F.R.E.I.

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Arbeit in der Krise http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/26/arbeit-in-der-krise/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/26/arbeit-in-der-krise/#comments Fri, 26 Apr 2013 08:28:11 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/26/arbeit-in-der-krise/ Aufruf der AG17 zur Nachttanzdemo am 30.4. in Erfurt

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, wird sich auch in Erfurt getroffen, um für „Arbeit, Recht und Freiheit“ zu demonstrieren. Stopp! Das ist das Motto der Nazis. Der DGB fordert „Gute Arbeit. Gesicherte Rente. Soziales Europa.“, bestimmt nicht nur für Deutsche, allerdings Arbeit als „zentrales Element der Teilhabe und somit persönliche[r] Verwirklichung“ (Aufruf). Was nichts anderes heißt, als dass der DGB fordert, gesellschaftliche Teilhabe setze Arbeit voraus, sonst… Ja was?
Die derzeitige Krise ist kein Aufflackern von Symptomen, die sich durch Regulierungen und Sparmaßnahmen in den Griff kriegen lässt. Die aktuelle Krisensituation ist eine strukturelle Krise des Kapitalismus. Jener macht durch Rationalisierungen bei nahezu gleich bleibenden Profiten lebendige, abstrakte Arbeit überflüssig; und damit auch Menschen und deren Teilhabe. Da Arbeit im Kapitalismus das einzige Mittel zu Existenzsicherung darstellt, müssen viele ohne oder mit sehr eingeschränkten Reproduktionsmöglichkeiten zurecht kommen.

Wie? Was? Arbeit?

Arbeit wird oft als transhistorischer Begriff genutzt, der Tätigkeiten beschreiben soll, die zwischen Mensch und Natur vermitteln und Dinge zur Bedürfnisbefriedigung herstellen. Arbeit im Kapitalismus beschreibt jedoch spezifisch historisch die Herstellung von Mehrwert. Durch Arbeit werden Dinge hergestellt, die als Waren getauscht werden. Man tauscht sie gegen Geld, das letztlich nur ihr Wertverhältnis ausdrückt (1 Brot à 2 € = 4 Brötchen à 50 Cent). Woher kommt die Gewissheit über den Wert?
In den getauschten Waren manifestiert sich ein Doppelcharakter, der sich aus dem Gebrauchswert (z.B. Essen) und dem Wert (durch Geld ausgedrückt) zusammensetzt. Während der Gebrauchswert zwar nötig ist, um Waren abzusetzen, ist der Mehrwert der eigentliche Grund der Produktion, denn der wird durch menschlich verausgabte Arbeitszeit erzielt; durch die gesellschaftlich notwendige Durchschnittsarbeitszeit – abstrakte Arbeit.
Bedürfnisbefriedigung ist nicht der Motor des Kapitalismus, sondern die Mehrwertgenerierung, eine abstrakte und sinnentleerte Maschinerie, die den Mehrwert um seiner selbst willen immer fort steigert. Wie sonst ist es zu erklären, dass Lebensmittel vernichtet werden, statt sie zu verteilen, dass Ressourcen verballert werden für nichts als die Verwertung (z.B. Biodiesel, Maissirup…), dass Lager voll sind und in der Produktion trotzdem rationalisiert wird.

Konkurrenz, Produktion, Überproduktion

Auf dem Markt stehen alle zueinander in Konkurrenz, Arbeiter*innen, Unternehmen und Staaten (Standorte). Rationalisierung scheint eine Zauberformel zu sein, die aus Unternehmersicht die eigene Produktion retten soll, indem sich dadurch Vorteile gegenüber der Konurrenz ergeben.
Die Produktion ist durch Rationalisierungen längst im gesellschaftlichen Durchschnitt überproduktiv. Der Rationalisierungszwang und die resultierende Beschleunigung der kapitalistischen Produktion ist gleichzeitig ihr Ruin. Eine Verringerung der in der produzierten Ware vergegenständlichten Arbeitszeit hat für die einzelne Ware eine Wertminderung zur Folge. Die früher oder später einsetzende Unrentabilität der Produktion bedeutet ihren Stillstand. Trotzdem ist Kostensenkung für das einzelne Unternehmen sinnvoll. Das eigene Stück Kuchen wird vergrößert, in dem man den gesamten Kuchen verkleinert. Super Lösung.
Die Rechnung geht gesamtgesellschaftlich natürlich nicht auf, denn durch den Wegfall von Arbeit und/oder Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse wird die Wertvermittlung über die abstrakte Arbeit immer wackeliger, da in den Produktionsprozessen immer mehr Menschen überflüssig werden, die dem System dann sozusagen auf der Tasche liegen und der Verelendung ausgesetzt sind. Dies hat fatale Folgen für die Binnenmärkte.
Für Deutschland war das bis vor Kurzem kein Problem. Hier wurden dank Hartz4 und Agenda 2010 Billiglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen staatlich, aber auch gewerkschaftlich forciert, um den Standort zu sichern. So konnte sich auf Nicht-Deutsche Absatzmärkte verlassen werden, die mit den deutschen Lohnstückkosten nicht konkurrieren konnten.

Miese Krise

Die allgemeine Unrentabilität dieses Produktionswettlaufs ist seit Jahrzehnten erreicht und wird nur noch durch ausufernde Staatsverschuldungen und Kapitalflucht in die Finanzmärkte übertüncht. Dort ist jedoch spätestens der Lack ab, seitdem flächendeckend Finanzblasen platzen und dadurch das kapitalistische Weltgetriebe von innen gefährden. Die Staatsverschuldungen sind am Rande ihrer eigenen Glaubwürdigkeit angekommen. Hektische Rettungsmaßnahmen zielen auf die monströsen Symptome, sind jedoch nichts anderes als Aufschiebungen der Probleme und letztendlich die Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Was gibt es denn für Möglichkeiten? Für weitere Binnennachfragen die Gelddruckpressen anschmeißen und weiter Staatsschulden machen, was jedoch zur Währungsentwertungen in Form von Inflation führen würde und große Teile der Menschheit in noch mehr Armut stürzen würde. Oder die Staatsverschuldungen eindämmen und die Finanzmärkte regulieren, wobei die Nachfrage nach Waren weltweit einbrechen würde mit einer Kettenreaktion, die dann ebenfalls weite Teile er Menschheit in noch mehr Armut stürzte, weil bei beiden Optionen die letzten Bemühungen um Eingrenzung sozialen Elends oder ökologischen Kollabierungen der Umwelt dem Rotstift zum Opfer fallen würden.

Gewerkschaften und so

Über die Geschichte der Arbeiter*innenbewegung, ihrer Höhen und Tiefen und theoretischen Grundlagen, wollen wir uns jetzt nicht auslassen. Nur so viel sei gesagt: Arbeiter*innenbewegungen, die die abstrakte Arbeit vom Kapital befreien wollen, haben nicht verstanden, dass die mehrwertbildende Arbeit Grundlage des Kapitalismus ist, aber auch ohne ihn nicht existieren würde. Das eine bedingt das andere, die Durchsetzungsgeschichte der Arbeit geht mit der des Kapitalismus einher. Der Mehrwert, wird auch nicht von Kapitalist*innen gerafft, sondern reinvestiert. Forderungen nach einer Veränderung der Distributionsweise sind überflüssig. Eine Umverteilung der Reichtümer von oben nach unten ist schlicht nicht möglich, da der Reichtum der Reichen im geringsten Maße aus ihrem persönlichen Luxus besteht, sondern aus Wertpapieren und Kapitalanlagen, die fest im kapitalistischen Akkumulationsgetriebe verankert sind.
Deutschland hat die Eurozone kaputt konkurriert und den eigenen Binnenmarkt zusammenbrechen lassen. Bekanntermaßen haben die Hartz Gesetze einen stattlichen Beitrag geleistet, aber auch Arbeitskampfinstitutionen wie der DGB lassen nichts über den Standort kommen.
„Wenn sie sich ansehen, was in den letzten 20 Jahren in diesem Land geschehen ist; Personalabbau, Anpassung, Veränderungen ohne Revolten oder große soziale Unruhen – das alles wäre ohne die Bindekraft der Gewerkschaften nicht möglich gewesen“ Michael Vassiliadis (IG Bergbau, Chemie, Energie) …soviel Eigenlob zur Selbstaufgabe…
Schon viel zu oft griffen Teile der Gewerkschaften in die antisemitische Trickkiste und machten blutsaugende zylindertragende internationale Hedgefonds für die Miseren verantwortlich. Irgendwo muss ja das Böse herkommen, wenn nicht vom eigenen gehüteten Standort der “Sozialpartnerschaft”.
Heute wirft IGM Chef Berthold Huber den spanischen Genoss*innen vor, zu sehr auf den Erhalt des Kündigungsschutzes und der Reallöhne zu drängen. Was man in Deutschland schon gut kann, nämlich Arbeitsbedingungen aufgeben um den Standort zu erhalten haben die Gewerkschafter*innen in Südeuropa noch zu lernen. Wäre ja auch blöd wenn die Produktion letzten Endes nach Asien abwandern würde. Es scheint, als verstünden sich die Großen in den Gewerkschaften als assimilierte Borg, die nötige Rationalisierungen automatisch ausführen, nichts weiter als eine logische Einheit, um wenigstens ein bisschen Kapital im Lande zu halten, statt wenn auch reformistisch wie einst, den Arbeitsalltag erträglicher zu machen. Der Groschen ist gefallen: der Kapitalismus hat gesiegt – sie werden assimiliert werden.

Schaffe, Schaffe, Häusle bauen

Gerade wegen der Widersprüche der abstrakten Arbeit und der Wertvermittlung gibt es einen Arbeitsethos, der seines gleichen sucht. Man kann nicht die einen bis zur Erschöpfung in die Produktion treiben und die anderen links liegen lassen, steckte nicht auch Ideologie dahinter. Wer fleißig und flexibel ist, darf arbeiten und gut leben – die anderen nicht. Mit der Deregulierung und Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse stimmt selbst diese Faustregel nicht mehr.
Die Jobcenter haben sich zur Hauptaufgabe gemacht, aus der Verwertung Herausgefallene ständig der Form nach zur Arbeit zu konditionieren, die es für jene längst nicht mehr gibt. Seien simulierte Beschäftigungsverhältnisse auf dem sogenannten 2.Arbeitsmarkt, Anwesenheitspflicht, Formulare, oder sonstiger zur Perfektion getriebener Diebstahl der Lebenszeit, die man besser oder nach antikem griechischen Vorbild zum Müßiggang hätte nutzen können. Der Zwang ist jedoch nicht nur institutionalisiert sondern von den meisten Menschen verinnerlicht. Volksweisheiten wie “wer nicht arbeitet soll auch nicht essen” oder “Hauptsache Arbeit” verdeutlichen das.
Die Identifikation mit dem Beruf und die Loyalität zum Arbeitgeber sind Teil unserer Gesellschaft. Als minderwertiges Menschenmaterial müssen diejenigen als Ursache für soziale Fehlstände herhalten, die sich nicht wehren können, diejenigen, die am Arbeitsmarkt nicht Teil haben können. Je weniger abstrakte (Lohn-)Arbeit vorhanden ist, desto mehr droht die Allgemeinheit zur Hatz auf “die Faulen” zu blasen und von ihnen Demut zu verlangen. Sie unterliegen trotz ihrer augenscheinlichen Überflüssigkeit auf dem Arbeitsmarkt dem Rechtfertigungszwang, der sie entgegen ihrer eigenen Erfolglosigkeit auf Trab hält. Der verinnerlichte Arbeitsethos als Teil der Konstitution des bürgerlichen Subjekts entpuppt sich immer mehr als gewalttätig – vor allem auch gegenüber sich selbst!
Eine selbstbewusste Arbeiterklasse hingegen, die stolz darauf ist ein wichtiger Teil der kapitalistischen Produktion zu sein und ihren Selbstwert in der Ausführung der abstrakten Arbeit sieht, kann auch nie ernsthaft als revolutionäres Subjekt gedeutet werden, da ihre objektive Bestimmung und ihre Verfasstheit durch den Arbeitsethos an dem Erhalt der kapitalistischen Verhältnisse ausgerichtet ist.

Es kann nicht unsere Intention sein, den 1.Mai als “traditionsreichen Tag der Arbeiterbewegung” oder noch schlimmer “Tag der Arbeit” vor den Nazis zu retten. Es ergibt wenig Sinn sich als kleinsten gemeinsamen Nenner mit diffusen Argumenten auf einen Haufen marginalisierter Nazis und deren platten Parolen zu stürzen, auch wenn wir die Gefahr, die von ihnen ausgeht nicht klein reden wollen.
Vielmehr geht es darum nach sozialen Kämpfen Ausschau zu halten, die nicht wieder trotz aller Beteuerungen in einer Positionierung und Etablierung innerhalb des kapitalistischen Systems münden, sondern dessen Überwindung herbeiführen. Nach einfachen und schnellen Antworten sieht dieses Vorhaben nicht aus. Vielmehr sollte eine negatorische Kritik, die mit alten Gewissheiten aneckt, den Weg für neue Perspektiven frei räumen, die eine revolutionäre Linke dringend benötigt, um nicht in den Beschwörungen der alten meist traditionsmarxistischen “Größe” zu erstarren.

Sagt nein zur Arbeit, nein zur Reform und tanzt mit uns und für die Revolution. Träumt mit uns von einem ganz anderen Ganzen.

LASST´S KRACHEN

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Kapitalismus tötet – Kampf dem Kapitalismus! http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/25/kapitalismus-toetet-kampf-dem-kapitalismus/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/25/kapitalismus-toetet-kampf-dem-kapitalismus/#comments Thu, 25 Apr 2013 10:13:45 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/25/kapitalismus-toetet-kampf-dem-kapitalismus/ Ein Auf­ruf zur De­mons­tra­ti­on „Lasst‘t kra­chen! So­zia­le Re­vo­lu­ti­on statt au­to­ri­tä­rer Kri­sen­be­wäl­ti­gung!“ am 30.​4.​2013 in Er­furt von Ein­zel­per­so­nen aus dem In­fo­la­den Sabotnik.

Ro­se­ma­rie Fliess ist tot. Sie starb am 11. April 2013 in Ber­lin, zwei Tage nach­dem sie wegen Miet­schul­den aus ihrer Woh­nung ge­wor­fen wurde. Dass der Ka­pi­ta­lis­mus Opfer for­dert, ist nichts neues. In Spa­ni­en und Grie­chen­land sind Selbst­mor­de von Kri­sen­op­fern fast schon All­tag, welt­weit ver­hun­gert alle drei Se­kun­den ein Mensch. Dass Ka­pi­ta­lis­mus arm und krank macht, ist im Sys­tem an­ge­legt – schließ­lich geht es im Kern nicht darum, Be­dürf­nis­se zu be­frie­di­gen, son­dern das Pro­fit­ka­rus­sell am Lau­fen zu hal­ten. Wie die Kri­sen­dy­na­mik im Ein­zel­nen aus­sieht, ist al­ler­dings eine Frage von Kämp­fen.

Die Frage lau­tet: Wer zahlt am Ende für die Krise?
Ei­gent­lich war die Zeit schon Ende der 1980er-​Jah­re reif für den Crash. An­ge­feu­ert durch die hohe Pro­duk­ti­vi­tät war ma­te­ri­el­le Pro­duk­ti­on schon da­mals nicht mehr son­der­lich pro­fi­ta­bel. Hun­dert­tau­sen­de fer­tig pro­du­zier­te Autos stan­den auf Halde und fan­den keine zah­lungs­fä­hi­gen Ab­neh­mer_in­nen. Au­ßer­dem gab es Ar­beits­kämp­fe im gro­ßen Stil z.B. bei VW und in Pfle­ge­be­ru­fen. Ein Glücks­fall für den Stand­ort war in die­ser Si­tua­ti­on der Zu­sam­men­bruch des Ost­blocks. Der Ge­winn von 17 Mil­lio­nen neuen Kun­d_in­nen in der ehe­ma­li­gen DDR, neue Ab­satz­märk­te und bil­li­ge Ar­beits­kräf­te waren die zeit­wei­li­ge Lö­sung für die da­ma­li­ge Über­pro­duk­ti­ons­kri­se. Au­ßer­dem hat der na­tio­na­le Tau­mel und der Ruf nach Ein­heit so­zia­le Kämp­fe in den Hin­ter­grund ge­drängt. Die Frage, wer die Kos­ten der Krise tra­gen muss, war damit erst mal ver­scho­ben – durch die neuen Märk­te im Osten und durch die Zer­fall­skrie­ge in Süd­ost­eu­ro­pa. Sie boten im­men­se Mög­lich­kei­ten der Ka­pi­tal­ver­wer­tung – nach­hal­tig, in dem Sinne, dass deut­sches Ka­pi­tal so­wohl an der Zer­stö­rung als auch am Wie­der­auf­bau ver­die­nen konn­te.

In den 2000er-​Jah­ren kam die Frage nach der Ver­tei­lung der Kri­sen­kos­ten zu­rück auf die bun­des­deut­sche Ta­ges­ord­nung. Lei­der war zu die­ser Zeit die Seite der Ar­bei­ter_in­nen denk­bar schlecht auf­ge­stellt und so ließ sich 2005 von einer SPD/GRÜ­NE-​Re­gie­rung die Agen­da 2010 durch­set­zen. Wir er­in­nern uns: Hartz IV war der Bruch des an In­te­gra­ti­on und be­grenz­ter Um­ver­tei­lung ori­en­tier­tem Klas­sen­kom­pro­miss der 1970er-​Jah­re. Ar­beits­lo­sen­hil­fe und So­zi­al­hil­fe wur­den auf einem Ni­veau un­ter­halb der alten So­zi­al­hil­fe zu­sam­men­ge­fasst und durch mas­si­ve Re­pres­sio­nen er­gänzt. Die Ver­sor­gung von Er­werbs­lo­sen ent­wi­ckel­te sich vom Rechts­an­spruch zum Al­mo­sen, auf das man erst An­spruch hat, wenn jeg­li­ches Ver­mö­gen auf­ge­zehrt ist. Das neue Motto war „For­dern und För­dern“ im Sinne von „Wer nicht ar­bei­tet soll auch nicht essen“. Das wird seit­dem durch­ge­setzt mit Schi­ka­nen, Maß­nah­men, Kür­zun­gen und dem Auf­bau von dau­er­haf­tem psy­chi­schen Stress gegen die Leis­tungs­emp­fän­ger_in­nen. Die Zu­nah­me pre­kä­rer Be­schäf­ti­gung war di­rek­te Folge der Re­for­men, be­son­ders be­trof­fen davon sind Frau­en, Mi­gran­t_in­nen und der Re­pro­duk­ti­ons­sek­tor.

Ziel der Re­for­men war, Deutsch­land im glo­ba­len Wett­be­werb nach Vorne zu brin­gen – und das ist ge­lun­gen. Die Fle­xi­bi­li­sie­rung und Li­be­ra­li­sie­rung des Ar­beits­mark­tes hat die in­dus­tri­el­le Re­ser­ve­ar­mee in die De­fen­si­ve ge­drängt und da­durch nied­ri­ge Ta­rif­run­den mög­lich ge­macht. So wur­den die Lohn­stück­kos­ten ge­drückt: beste Be­din­gun­gen für den Kon­kur­renz­kampf der Stand­or­te. Ent­spre­chend brummt die ex­port­ori­en­tier­te Au­ßen­han­dels­wirt­schaft, wo­durch die Kon­kur­ren­ten in der Eu­ro­zo­ne re­gel­recht zu Tode ge­wirt­schaf­tet wer­den konn­ten. Pro­duk­ti­ve Sek­to­ren wur­den vom nörd­li­chen Ost­eu­ro­pa bis nach Süd­eu­ro­pa zer­schla­gen. Wer wie­der ge­winnt – dies­mal ohne Krieg – ist das deut­sche Ka­pi­tal, dass auch heute noch Waf­fen nach Grie­chen­land lie­fert.

Wer hat also für die Krise ge­zahlt?
„Wir zah­len nicht für eure Krise“, das Motto der Kri­sen­pro­tes­te 2009, war daher eher ver­spä­te­ter Wunsch als Rea­li­tät. Die Hartz IV-​Emp­fän­ger_in­nen und Pre­ka­ri­sier­ten haben schon für die Krise be­zahlt und zah­len wei­ter: Die Re­al­löh­ne in der BRD sind zwi­schen 2000 und 2012 um 1,8% ge­sun­ken, die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne um 50% ge­stie­gen (so das WSI-​Ta­rifar­chiv der Hans-​Böck­ler-​Stif­tung im Fe­bru­ar 2013). Ar­beits­lo­se er­hal­ten heute im Schnitt 10% we­ni­ger als vor den Re­for­men (Durch­schnitt aus Bei­spie­len der ARGE Mün­chen (2004), nicht in­fla­ti­ons­be­rei­nigt, die rea­len Kür­zun­gen sind also noch grö­ßer). Wer in Zu­kunft zahlt, wird in den nächs­ten Mo­na­ten neu ent­schie­den.

Wenn wir uns nicht weh­ren, wird uns der Ka­pi­ta­lis­mus noch mehr an den Kra­gen gehen. Die Kämp­fe müs­sen wie­der an­fan­gen, auf eu­ro­päi­scher Ebene, bes­ser noch welt­weit. Einer der ers­ten Ver­su­che war der eu­ro­päi­sche Streik-​ und Ak­ti­ons­tag am 14.​11.​2012. Wei­te­res muss fol­gen. Es geht darum, kon­kret bes­se­re Le­bens­be­din­gun­gen von Men­schen zu er­kämp­fen. So lange der Ka­pi­ta­lis­mus real exis­tiert be­deu­tet das auf ma­te­ri­el­le Ebene, mehr Geld nach unten zu ver­tei­len. Es reicht nicht aus, dass die Men­schen in Spa­ni­en, Por­tu­gal und Grie­chen­land den Klas­sen­kampf von Oben zu­rück­wei­sen, es ist höchs­te Zeit, dass Ar­bei­ter_in­nen, Pre­kä­re und Er­werbs­lo­se es auch in der BRD kra­chen las­sen.

Die Kämp­fe dür­fen na­tür­lich nicht bei der Frage ste­hen blei­ben, wer für die Krise zahlt, wer sich daran ge­sund stößt und wer ver­hun­gert. Im Ka­pi­ta­lis­mus kom­men Kri­sen immer wie­der, sie er­ge­ben sich aus sei­ner in­ne­ren Dy­na­mik. Per­spek­ti­visch muss es darum gehen, die­sen Kreis­lauf zu be­en­den – damit nie­mand mehr ver­hun­gern muss. Das wird sich nur aus kon­kre­ten Kämp­fen her­aus ma­chen las­sen. Ziel dabei muss sein, sich Pro­duk­ti­ons-​ und Re­pro­duk­ti­ons­mit­tel selbst­ver­wal­tet und kol­lek­tiv an­zu­eig­nen, um im rich­ti­gen Mo­ment das Ruder der Ge­schich­te her­um­zu­rei­ßen und end­lich das Hauen und Ste­chen des real exis­tie­ren­den Ka­pi­ta­lis­mus zu be­en­den.

Dass das in ak­tu­el­len so­zia­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen nicht auf der Ta­ges­ord­nung steht, darf nicht hei­ßen, die kämp­fe­ri­sche Per­spek­ti­ve zu­guns­ten einer zy­ni­schen auf­zu­ge­ben. Es ist Zeit, die K-​Fra­ge auf die Ta­ges­ord­nung zu set­zen.

Eine Idee dazu ist ge­mein­sam mit an­de­ren im Herbst 2013 die Kri­sen­er­fah­run­gen in einen kol­lek­ti­ven Wi­der­stands­pro­zess von unten zu trans­for­mie­ren – indem wir gleich­zei­tig mit einem eu­ro­päi­schen Ge­ne­ral­streik oder einem Ge­ne­ral­streik in Spa­ni­en den ka­pi­ta­lis­ti­schen All­tags­be­trieb für einen Tag (oder auch län­ger) mit den un­ter­schied­lichs­ten Mit­teln stö­ren und uns so­li­da­risch auf­ein­an­der be­zie­hen – im Be­trieb, in der Uni, in der Schu­le oder auf der Stra­ße. Am 30.4. las­sen wir’s kra­chen – da­nach geht die Ver­net­zungs-​ und Or­ga­ni­sie­rungs­ar­beit wei­ter. Wer ist dabei?

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http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/25/kapitalismus-toetet-kampf-dem-kapitalismus/feed/
Schlafplatzbörse http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/23/schlafplatzboerse/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/23/schlafplatzboerse/#comments Tue, 23 Apr 2013 11:57:12 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/23/schlafplatzboerse/ Wenn ihr nach der Nachttanzdemo in Erfurt schlafen wollt, um euch zum Beispiel am 1. Mai den Nazis in den Weg zu stellen, könnt ihr euch bei einer Schlafplatzbörse melden:

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http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/23/schlafplatzboerse/feed/
Informations- und Diskussionsabend zu antifaschistischen Protestformen http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/19/informations-und-diskussionsabend-zu-antifaschistischen-protestformen/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/19/informations-und-diskussionsabend-zu-antifaschistischen-protestformen/#comments Fri, 19 Apr 2013 08:52:06 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/19/informations-und-diskussionsabend-zu-antifaschistischen-protestformen/ Montag, 22. April 2013 | 20.30 Uhr | [L50] (Lassallestr. 50)

Proteste gegen Naziaufmärsche provozieren immer wieder Diskussionen innerhalb antifaschistischer Bewegungen. Das „Keinen Meter“ Bündnis ruft dazu auf den Aufmarsch der Nazis am 1. Mai zu verhindern. Ein Bündnis linker Gruppen aus dem Umfeld des „veto“ ruft hingegen schon am Vortag dem 30. April zu einer antikapitalistischen Nachttanzdemonstration auf. Eine Diskussion über Art und Inhalt sinnvoller antifaschistischer Aktionen wurde bereits in der Broschüre „Stadt der Vielfalt?“ angestoßen. Mit unserer Veranstaltung wollen wir diese Fragen auf die Tagesordnung setzen und gemeinsam mit euch diskutieren. Welcher Weg führt zum Ziel? Was ist überhaupt das Ziel? Welche Inhalte sind die Richtigen?

Kommt vorbei, bringt euch ein, redet mit!

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Wir wollen Lohnsklaverei nicht einmal für Deutsche … http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/17/wir-wollen-lohnsklaverei-nicht-einmal-fuer-deutsche/ http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/17/wir-wollen-lohnsklaverei-nicht-einmal-fuer-deutsche/#comments Wed, 17 Apr 2013 13:28:36 +0000 Administrator Allgemein http://lasstskrachen.blogsport.de/2013/04/17/wir-wollen-lohnsklaverei-nicht-einmal-fuer-deutsche/ Aufruf der FAU-Thüringen zur Nachttanzdemo am 30.4. in Erfurt und zum 1. Mai

Am Abend des 1. Mai 1886 fand in Chicago auf den Haymarket eine Arbeiterversammlung statt, welche ein mehrtägiger Streik für die Durchsetzung der 40-Stunden-Woche folgte. Am 3. Mai wurden daraufhin bei einer Auseinandersetzung zwischen Arbeiter_innen und der Polizei zwei Arbeiter getötet. Worauf hin bei einer Protestkundgebung am folgenden Tag eine Bombe geworfen wurde, nachdem die Polizei diese Kundgebung stürmte. In Folge dessen starben sieben Polizisten und mehrere Arbeiter wurden verletzt. Bei den darauf folgenden Auseinandersetzungen wurde über 200 Arbeiter_innen verletzt und über 20 verloren ihr Leben.

Acht Anarchisten, welche die Versammlung des 4. Mai organisiert hatten, wurden von der Polizei festgenommen und wegen Verschwörung angeklagt. Obwohl ihnen keine Beteiligung an der Bombenexplosion nachgewiesen werden konnte, wurden vier von ihnen – August Spies, Adolph Fischer, George Engel und Albert Parsons – per Strang hingerichtet, Louis Lingg beging Selbstmord in seiner Zelle und drei weitere – Oscar Neebe, Michael Schwab und Samuel Fielden – wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Auf den Gründungskongress der Zweiten Internationalen 1889 wurde der 1. Mai als Gedenken der Opfer der Haymarket Riots als “Kampftag der Arbeiterbewegung” ausgerufen und im Jahr 1890 das erste mal weltweit mit Streiks und Demonstrationen begangen. Immer wieder stand dabei die Forderungen nach der 40-Stunden-Woche im Mittelpunkt, also die Forderung nach einer Arbeitszeitreduzierung und nicht der Ruf nach mehr Arbeit wie im lächerlichen Aufruf der Nazis zum diesjährigen ersten Mai.

An diesem Tag wollen die Nazis in Erfurt auf den Straße gehen und ihre Dumpfheit der Öffentlichkeit präsentieren. Ein Vorgeschmack liefert ihr Aufruf, welcher aus zusammen geklauten Phrasen auf Bild Niveau bis hin zum FDP Slogan reicht. Also ob es nicht genug wäre mangelhaftes Wissen über die Geschichte des 1. Mai und ihre vollkommene Unkenntnis über kapitalistische Strukturen und Mechanismen zur Schau zu stellen, unterlaufen sie ebenso ihr eigenes von je her pseudo-revolutionäre Getue. Die Nazis beweisen mal wieder, dass sie angekommen sind im System und nur der konsequenteste Ausdruck der ganzen Menschenverachtung der bürgerliche-kapitalistischen Gesellschaft sind. Aber wenden wir uns dem zu, was die Nazis zur Arbeit zu sagen haben. Folgende Zitate sind ihrem Aufruf entnommen (Stand Januar 2013).

1. “Arbeit für alle Deutschen!”

Schon im ersten Satz wird die Verfangenheit der Nazis im bürgerlichen Denken deutlich. Statt Arbeit als ein notwendiges Übel zu begreifen, welche es möglichst zu reduzieren gilt, ertönt hier der Ruf nach mehr Arbeit. Der Zwang der kapitalistischen Wirtschaftsweise auf den_die doppelt freie_n Lohnarbeiter_in – frei sich zu verkaufen und frei von Produktionsmitteln – wird hier zur Forderung erhoben.

2. “Die menschenverachtende Zeitarbeit muss aufhören und die Lohnsklaverei einschlägiger Firmen muss beendet werden.”
Der richtigen Forderung der Abschaffung der Zeitarbeit, wie beispielsweise in Namibia längst diskutiert, folgt sofort die offensichtliche Unkenntnis der kapitalistischen Zusammenhänge. Während gerade gefordert wurde “Lohnsklaverei für alle Deutschen”, wird jetzt eine besondere Form der Lohnsklaverei / -arbeit, die Zeitarbeit, verworfen. Ohne Frage sind die Bedingungen in der Zeitarbeit noch beschissener als bei “normaler” Lohnarbeit. Aber eine schlechtere Bezahlung, weniger Urlaubstage oder Umgehung der Kündigungsschutz macht noch lange keinen qualitativen Unterschied zu “normaler” Lohnarbeit. Jener Selbstverkauf der eigenen Arbeitskraft, also die Aufgabe der Selbstbestimmung über die eigene Tätigkeit und damit verbunden über seine eigenen Lebenszeit ist polemisch als Lohnsklaverei zu bezeichnen. Die richtige Forderung wäre entsprechend das Ende der Lohnsklaverei und damit des Kapitalismus. Also die Forderung nach einer anderen Gesellschaftsorganisation. Soweit wird hier natürlich nicht gedacht. Sie wollen nur die gleiche Scheiße in braun.

3. “Arbeit muss sich wieder lohnen!”

Scheinbar kommt hier wieder zusammen, was zusammen gehört. Die kameradschaftlichen Nazis bedienen sich beim FDP Wahlkampfslogan von 2009 und mensch fühlt sich fast an die Anfangszeiten der Bundesrepublik erinnert, wo schon einmal ganze Landesverbände der FDP aus Nazis bestanden, damals allerdings noch aus waschechten. Wir begrüßen aber ausdrücklich das hier schon verbal vollzogene Zusammengehen mit der FDP und hoffen auf ein baldiges strukturelles. Dann sind sie endlich auch personell im bürgerlichen System angekommen und können mit den ganzen anderen Sozial-Chauvinist_innen und bürgerlichen Rassist_innen ihren Unsinn verbreiten. Dabei verbleiben sie dann zumindest im Rahmen der bürgerlichen Rechtsstaat.

4. “Genauso müssen Massenentlassungen um den Aktionären zu gefallen, und die Bilanzen zu retten sanktioniert werden.”
Und wieder nichts verstanden. Aktionär_innen gefällt im wesentlichen eine hohe Rendite, wie allen Kapitalist_innen: sprich die positive Differenz zwischen investiertem Kapital und Gewinn am Ende soll möglichst groß sein. Dafür ist dem Kapital in der Regel jedes Mittel recht und nicht nur recht, sondern die kapitalistisch-immanenten Mechanismen zwingen es dazu. Das Kapital, welches nicht möglichst rentabel ist wird im allumfassenden bürgerlichen Konkurrenzkampf den kürzeren ziehen. Es wird von profitableren Kapitalen vom Markt verdrängt und seine Besitzer_innen ins Proletariat absteigen, sprich Lohnsklaven, frei von Produktionsmittel werden. Aber wir wissen bereits, dass dies ja quasi die Forderung der Nazis ist. Daher wohl auch die Ignoranz gegenüber positiven Bilanzen. Es scheint nur konsequent die Unternehmen in den Ruin zu treiben, wie dadurch allerdings Massenentlassungen verhindert werden soll bleibt das Geheimnis der Kamerad_innen.

5. “Es kann nicht angehen, dass man tausende Beschäftigte entlässt, nur um die eigenen Taschen zu füllen, und diese Arbeiten durch Zeitarbeiter machen lassen!”
Mit ein wenig Verstand offenbart sich hier der fundamentale kapitalistische Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit: Ersteres will möglichst wenig Kapital in Lohn investieren, während letztere, also die Lohnsklaven, ihre Haut möglichst teuer auf den Markt verkaufen wollen. Hier wird die wesentliche Spaltung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft deutlich, zwischen jenen die Kontrolle über die Produktionsmittel haben und jenen, denen diese Produktionsmittel fehlen und dadurch gezwungen sind sich auf den Arbeitsmarkt zu verkaufen.
Das ist natürlich zu komplex für die Kamerad_innen, was schon an der unsinnigen Unterscheidung zwischen “Beschäftigten” und “Zeitarbeiter” deutlich wird. Sind letztere etwa keine Beschäftigten? Hier werden nur Kategorie A der Lohnsklaven (Beschäftigte) gegen die Kategorie B (Zeitarbeiter_innen) ausgetauscht. Kapitalistischer Normalvollzug! Ob die Kategorie B dabei aus Zeitarbeiter_innen, migrantischen Arbeitnehmer_innen oder Arbeitnehmer_innen rund um den Globus besteht ist egal. Entsprechend gilt es alle Unterscheidungen innerhalb der Klasse von Lohnarbeiter_innen zu überwinden und sich gemeinsam gegen das kapitalistische System zu Wehr zu setzen. Eine Forderung, welche natürlich zu viel für den deutschen Durchschnittsnazi ist, welcher lieber in seiner bürgerlichen Ideologie verharrt und auf den Unterschied zwischen schwarz, braun, gelb etc. und schweinchenrosa pocht, anstatt zu versuchen die kapitalistischen Mechanismen zu durchschauen und eine wirkliche Opposition gegen die herrschenden Verhältnisse zu bilden.

Trotz des selten dummen Aufrufs sind Nazis nach wir vor eine Gefahr für alle diejenigen, welche nicht in ihr beschränktes Weltbild passen. Sie sind und bleiben der konsequenteste Ausdruck der bürgerlichen Ideologie und damit die nützliche Idioten für Staat und Kapital. Entsprechend gilt es sich Ihnen den Weg zu stellen fernab bürgerlicher Nestwärme in Menschen- und Lichterketten.
Allerdings für wichtiger erachten wir es, den Nazis den Nährboden, also die bürgerliche Gesellschaft, zu entziehen. Dafür gilt es die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir leben, zu analysieren, zu verstehen und mit andere Menschen zu diskutieren. Das geht allerdings nicht über irgendwelche breiten “zivilgesellschaftlichen Bündnisse” oder DGB-Einheitsbrei. Vielmehr sollten wir versuchen, abseits davon, für eine andere Gesellschaft zu kämpfen, in der nicht für einen anonymen Markt, sondern in syndikalistischer Selbstverwaltung für die Bedürfnisse der Menschen produziert wird.

Deswegen rufen wir zur Beteiligung an der Nachttanzdemo “Lasst’s krachen! Soziale Revolution statt autoritärer Krisenbewältigung!” am 30.04.13 in Erfurt und Aktivitäten am 1. Mai auf!

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